Grundlagen des Lektorats | Online
Dienstag, 24. November 2026–Mittwoch, 25. November 2026

Diskriminierungssensible Sprache im Lektorat

Termine

Di, 24.11.2026
10:00–14:00
Mi, 25.11.2026
10:00–14:00

Ort

Zoom

Veranstalter

VFLL-Akademie

Website

Dozent*in

(Namen anklicken für mehr Infos)

Für wen?

Alle Personen, die Texte professionell erstellen oder die Erstellung begleiten: 

 

  • Textschaffende im Lektorat
  • Medienschaffende in Redaktionen
  • Korrekturlesende
  • Schreibberater*innen

Kosten

280,00 € für Mitglieder* / 420,00 € für Nichtmitglieder
*VFLL, VdÜ, BDÜ, BücherFrauen, Illustratoren Organisation, Berufsverband Text und Konzept, Selfpublisher-Verband, Junge Verlags- und Medienmenschen, texttreff.de, Börsenverein des Deutschen Buchhandels LV Bayern, Goldegg Training (Alumni und Absolvent*innen)

Anmeldung

Anders als bei anderen Fortbildungen des VFLL müssen zum Anmeldeschluss alle Anmeldungen vorliegen. Sie sind interessiert an einer Teilnahme? Bitte melden Sie sich spätestens am 22. September 2026 an.

Anmeldeschluss: 22. September 2026

Beschreibung

 

Texte diskriminierungskritisch analysieren, diskriminierungssensibel redigieren, für Diskriminierung sensibilisieren

 

»Die Relevanz von Sprache geht weit über die bloße Kommunikation von Informationen hinaus. Sie formt unsere Gedanken, prägt unsere Identität und beeinflusst unsere Interaktionen mit anderen Menschen. In einer Gesellschaft, die von Vielfalt geprägt ist, gewinnt die Verwendung diskriminierungssensibler Sprache zunehmend an Bedeutung.« (Quelle: Duden)

 

Der Wortschatz des Deutschen enthält Ausdrücke und Beschreibungen, deren diskriminierende Konnotation oftmals nicht bekannt ist. Sie als Lektor*in können Textschaffende für sprachliche Diskriminierungen sensibilisieren sowie Klischees entlarven und problematisieren. Auch kann es Ihre Arbeit sein, mit Verlagen, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen ins Gespräch zu gehen, um gemeinsam einen Weg für eine diskriminierungsfreie Sprache zu finden. Das Wissen und die Kompetenzen für diese anspruchsvolle und wichtige Arbeit erwerben Sie in diesem Onlineworkshop.

 

Über die Theorie und die Anwendung am Text nähern Sie sich dem Thema „sprachliche Diskriminierung“ und erwerben das Know-how für die diskriminierungssensible/-kritische Arbeit am Text und den dazugehörigen Illustrationen und Abbildungen. Der Workshop vermittelt Ihnen grundlegende Prinzipien diskriminierungssensiblen Lektorierens, die genreübergreifend gelten. Zugleich erhalten Sie die Gelegenheit, diese Prinzipien auf Ihre Arbeitsfelder zu beziehen und in der Gruppe gemeinsam auszudifferenzieren. 

 

Im Fokus stehen übergreifende Mechanismen diskriminierender Sprache. Einzelne Formen diskriminierender Sprache, zum Beispiel rassistische, sexistische oder ableistische Muster, werden exemplarisch aufgegriffen, insbesondere dort, wo sie sich in den ausgewählten Beispielen deutlich zeigen.

Voraussetzungen

  • Offenheit für diskriminierungskritische Perspektiven
  • Bereitschaft zur Reflexion 
  • Kenntnisse über diskriminierende Strukturen können hilfreich sein, sind aber nicht zwingend erforderlich

Lernziele

  • Sie kennen das Konzept der strukturellen Diskriminierung und die dazugehörigen zentralen Begriffe.
  • Ihnen sind die Formen und Mechanismen struktureller Diskriminierung bekannt.
  • Sie sind sensibilisiert für die Mechanismen diskriminierender Sprache. 
  • Ihnen ist bewusst, dass es strukturelle Machtverhältnisse gibt und Schreibende diese Verhältnisse sprachlich (ungewollt) reproduzieren.
  • Sie kennen die Bedeutung und die Ziele diskriminierungssensibler Textarbeit. 
  • Sie erkennen diskriminierende Textstrategien und Diskriminierungsformen in Texten, z. B. rassistische, sexistische, ableistische Muster.
  • Sie kennen die Prinzipien und Kriterien für diskriminierungssensibles Lektorieren und können sie auf Ihre Textarbeit anwenden.

Methoden

  • Input
  • Diskussion
  • Gruppenarbeit
  • Arbeit mit Fallbeispielen
  • Rückmeldung

Programm

Inhalte

 

Was ist strukturelle Diskriminierung?

Einführung in Diskriminierung und ihre Formen (z. B. Sexismus, Rassismus, Klassismus) sowie in strukturelle Machtverhältnisse und zentrale Begrifflichkeiten wie Othering, Vorurteil, Bias, diskriminierungskritische Selbstbezeichnungen und sprachpolitische Entwicklungen

 

Sensibilisierung für diskriminierende Sprachmuster

Arbeit mit Beispielen zu übergreifenden Mechanismen diskriminierender Sprache (z. B. Othering, Fremdbezeichnungen, implizite Normen) sowie zu genrespezifischen Ausprägungen unter Berücksichtigung der Arbeitsfelder der Teilnehmenden

 

Input zu Zielen diskriminierungssensibler Textarbeit und Strategien im Lektorat

Dieser Teil ist zunächst genreübergreifend angelegt und führt in zentrale Ziele und Kriterien ein, die sich auf alle Textsorten anwenden lassen. Im Anschluss werden – mit Blick auf die Arbeitsfelder der Teilnehmenden – genrespezifische Besonderheiten gemeinsam herausgearbeitet.

 

Üben der diskriminierungskritischen Textanalyse

Gemeinsame Analyse ausgewählter Textausschnitte, um die zuvor eingeführten Kriterien praktisch anwenden und problematische Reproduktionen von Diskriminierung identifizieren zu können.

 

Die Arbeit mit Beispielen fokussiert Sachtexte, da sie typische Mechanismen diskriminierender Sprache – etwa unreflektierte Kategorien, Kollektivbegriffe oder implizite Normen – besonders deutlich sichtbar machen und eine gemeinsame Grundlage für die Analyse bieten.

 

Hands-on

Ausgehend von ihrer Textanalyse erarbeiten die Teilnehmenden diskriminierungssensible Überarbeitungen und tauschen sich über Herausforderungen, Entscheidungsprozesse und Formulierungsoptionen aus.

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